PNP 06.07.2015

Fest mit Sonnenschein und Sonnenblumen 

Vor 25 Jahren wurde Martin Prellinger zum Priester geweiht – Feier mit Festgottesdienst und Pfarrfest

von Christina Hackl

 25 Sonnenblumen überreichten die Ministranten und Kinder aus dem Pfarrverband
 

25 Sonnenblumen überreichten die Ministranten und Kinder aus dem Pfarrverband ihrem Pfarrer Martin Prellinger, der vor 25 Jahren zum Priester geweiht wurde. − Foto: Hackl

 

Dekan Martin Prellinger strahlte am gestrigen Sonntag mit der Sonne um die Wette, nachdem ihm sein Pfarrverband einen wunderschönen Gottesdienst zum 25-jährigen Priesterjubiläum geschenkt hatte. Oben drauf gab es auch noch 25 Sonnenblumen für den beliebten Geistlichen, der seit zehn Jahren Stadtpfarrer von Zwiesel ist.

Mit bunten Blumen war auch die gesamte Stadtpfarrkirche an diesem Festtag geschmückt worden. In einem lockeren Zwiegespräch ließen Gerti Probst und Evi Schnitzbauer zunächst den beruflichen Werdegang von Martin Prellinger Revue passieren. Am 30. Juni 1990 wurde er im Dom zu Passau zum Priester geweiht. Anschließend war er bis 1993 Kaplan in Bad Griesbach. Von 1993 bis 1998Reisen und gutes Essen sind seine Leidenschaft war Prellinger dann Kaplan in Regen, bevor er in Passau für sieben Jahre die Stelle des Diözesan-Jugendpfarrers übernahm. 2005 wurde der Geistliche schließlich Stadtpfarrer von Zwiesel, und damit Chef des Pfarrverbands Zwiesel-Ludwigsthal mit den Kirchen in Zwiesel, Ludwigsthal, Rabenstein, Regenhütte und Unterzwieselau. "Ein Haufen Arbeit", wie Gerti Probst und Evi Schnitzbauer feststellten.

Trotz der umfangreichen Aufgaben, habe Prellinger Karriere gemacht und sei mittlerweile sogar zum Dekan ernannt worden. Was den Menschen Martin Prellinger auszeichnet, darüber berichteten im Gottesdienst mehrere Kinder aus dem Pfarrverband. Sie lobten seine innigen und verständlichen Predigten, in denen er gerne Symbole verwendet, um den Menschen das Wort Gottes nahe zu bringen. Ganz besonders viel Zeit nehme sich Prellinger für die jüngsten Mitglieder des Pfarrverbands. In Kindergarten und Schule gelinge es ihm immer wieder, sehr kindgerecht von Gott zu erzählen.

Das Reisen, privat und mit der Pfarrei, gehöre zu den großen Leidenschaften des Stadtpfarrers, ebenso wie das Wallfahren. Außerdem outeten die Kinder den Pfarrer als echten Genießer, der schon einmal von einem guten Essen träumt. Besonders dem Geschmack der Tomaten sei er verfallen, deshalb gab es gleich einen ganzen Korb davon als Geschenk. Außerdem suche der Geistliche den Nervenkitzel und zwar in Form von Krimis und Thrillern. Zum Priesterjubiläum gab es deswegen ein leeres Buch und die Aufforderung, doch über eine zweite Karriere als Schriftsteller nachzudenken.

Die Ministranten und Kinder überreichten Martin Prellinger schließlich 25 Sonnenblumen. Mit einem irischen Segensspruch und Blumen gratulierte auch Pfarrgemeinderatsvorsitzende Sigrid Rankl zum Priesterjubiläum. Eva Watzinger hatte eine Kerze mit dem Primizspruch Prellingers gestaltet und der Kirchenchor mit Orchesterbegleitung sorgte für die festliche musikalische Begleitung desPrimizspruch begleitet ihn bis heute Gottesdienstes, der von Monsignore Max Brechenmacher, Diakon Walter Kraus und Kaplan Matthias Grillhösl mitzelebriert wurde.

Martin Prellinger bedankte sich herzlich für die vielen Glückwünsche und erzählte in seiner Predigt, wie er zum Beruf des Priesters gekommen ist. Nicht durch ein spektakuläres Ereignis, sondern vielmehr durch viele Begegnungen mit Menschen. Noch heute versuche er nach seinem Primizspruch "Gott, Dir nahe zu sein ist mein ganzes Glück. Ich will weitersagen, was Du getan hast" zu handeln. Papst Benedikt habe einmal gesagt, es gebe so viele Wege zu Gott wie es Menschen gebe. "Ich habe meinen Weg gefunden und möchte jetzt andere Menschen auf ihrem Weg begleiten", so Prellinger.

Das Zweite Vatikanische Konzil sei dabei die Basis, auf der er stehe. Kirche und Glaube, das könne in seinen Augen nur in einem großen Miteinander funktionieren. Eine zentrale Aufgabe der Zukunft sei es, einen Weg zu finden, wie man Kirche und Glaube in der Welt von heute platzieren könne. Ungewöhnliche und neue Strategien seien dafür nötig – nicht etwa, um mit dem Zeitgeist zu gehen, sondern, um der Aufgabe gerecht zu werden: Gott den Menschen nahe zu bringen. "Und dieser Aufgabe würde ich gerne auch die nächsten Jahre hier im Pfarrverband nachgehen", so Prellinger.

Als Überraschung hatte der Pfarrverband eine Kutsche organisiert, die den Pfarrer, begleitet von seiner Mutter, zu den Klängen des Spielmannszuges zum Pfarrzentrum chauffierte, wo ab Mittag nicht nur Martin Prellinger, sondern auch das Pfarrfest gefeiert wurde.